ISO Arbeit zum Thema Condition Monitoring von Maschinen

Carsten Andersson, Produktmanager Remote Monitoring Group und Mike Hastings, Senior Application Engineer bei Brüel & Kjær Vibro nahmen am 20. Plenum des ISO Ausschusses zu “Condition Monitoring and diagnostics of machine systems (ISO TC108/SC05) in Sydney/Australien vom 14.-18. März 2016 teil. Mike Hastings stand für ein Interview dazu zur Verfügung.

ISO ist eine Organisation, die sich mit Normierung beschäftigt. Warum arbeitet man dort mit?

Mike Hastings: "Brüel & Kjær Vibro engagiert sich seit Jahren zusammen mit Partnern in der Industrie erfolgreich in der Entwicklung von Technologien sowie der Optimierung von Condition Monitoring-Lösungen. Daher verfügen wir über umfangreiches Know-how, das wir gerne teilen wollen, um so die Verbreitung von Condition Monitoring in der Industrie zu unterstützen und den Zugang dazu sowie das Handling zu verbessern. Deswegen sind wir in mehreren Organisationen aktiv, die sich mit Normen beschäftigen, einschließlich der ISO."

Was genau tun Sie bei der ISO? 

Mike Hastings: "Carsten und ich sind sogenannte “Convenors” (wörtl.:  Einberufer) für Arbeitsgruppen, die neue, maschinenspezifische Normen für Condition Monitoring erarbeiten. Carsten leitet die Arbeitsgruppe 16 für Windkraftanlagen; ich bin Leiter der Arbeits- bzw. Beratergruppe WG17/AGH für Wasserkraftmaschinen. Im Unterkomitee 5, in dem wir arbeiten, beschäftigen wir uns mit den Condition Monitoring Normen für alle Überwachungstechnologien, nicht nur mit Schwingungen. In diesem Unterkomitee sind 22 Länder vertreten."

Wozu dienen diese Normen? 

Mike Hastings: "Sie sollen die Zuverlässigkeit von effektiven Condition Monitoring-Lösungen für diese spezifischen Maschinen verbessern. Und sie haben ihr Hauptaugenmerk auf empfohlene Condition Monitoring-Technologien zur Erkennung und Diagnose von sich entwickelnden Maschinenschäden im Zusammenhang mit den häufigsten möglichen Fehlerursachen. Dabei stützen wir uns auf Erfahrungen, die im Laufe der Zeit gesammelt wurden und sogenannte „Best Practices” (bewährte Vorgehensweisen). So soll gegenseitiges Verständnis für die Anforderungen an ein erfolgreiches Condition Monitoring geschaffen und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Beteiligten innerhalb einer Industrie gestärkt werden."

Sind weitere Normen geplant?

Mike Hastings: "Eine neue Arbeitsgruppe, WG17, die sich mit Anforderungen an zukünftige maschinenspezifische Condition Monitoring Normen beschäftigt, wurde während des Plenums in Sidney gegründet. Diese Gruppe wird von mir geleitet. In der Gruppe werden wir ähnliche Normen für andere Maschinen erarbeiten. Falls sich ein Maschinenexperte unter den Lesern befindet, der gerne in dieser oder einer anderen Gruppe mitarbeiten möchte, so kann er sich gerne bei uns melden!"